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DAAD-Abschlussbericht (Jiaotong Uni 交通大学 Shanghai 上海)
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Nachdem das Jahr an der Jiaotong-Universität nun beendet ist, möchte ich als Nachtrag zu den Zwischenberichten über das DAAD-Jahr an der Jiaotong-Universität nun auch den entsprechenden Abschlussbericht online stellen. Vorerst nur mein eigener Bericht:
Immerhin: Einer der Zwischenberichte, die wir im Januar gepostet haben, hat es nun doch auf die Seite des DAAD geschafft
Update (2009-10-17): Hier nun auch der zweite Abschlussbericht
Schon bei Beantragung der Befreiung für letztes Semester erklärten mir die Mitarbeiter überheblich, dass ich eine Studienbescheinigung meiner chinesischen Universtität brauche, die den gesamten Zeitraum des deutschen Semesters abdeckt. Der entsprechende Text auf der Seite des Studentenwerkes lautet:
Die Abwesenheit von Leipzig muss bei Antragstellung durch einen Abwesenheitsnachweis belegt werden, d.h. die Tätigkeit, durch die man an einen anderen Ort als Leipzig gebunden ist, muss mit taggenauen Angaben über 6 Monate belegt werden.
Das heißt, obwohl in China Semester Anfang Juli enden, soll ich eine Bescheinigung vorlegen, die bestätigt, dass ich bis Ende September studiere. Sofern ich eine solche Bescheinigung nicht vorlegen kann, habe ich den ganzen Semesterbeitrag zu zahlen. Zunächst war ich verwirrt. Glauben die Mitarbeiter des Studentenwerkes, dass ich Anfang Juli so schnell wie möglich nach Deutschland fliegen werde, um das Leipziger Mensa-Essen zu genießen?
Diese Forderung ist widersinnig und sogar rechtswidrig — aus den folgenden Gründen:
- Auch wenn ich in Deutschland wäre, mit welcher Berechtigung fordert das Studentenwerk einen Nachweis, dass ich mich zu dieser Zeit nicht in Leipzig aufhalten werde?
- Selbst wenn ich in Leipzig wäre, könnte man elektronisch nachprüfen, ob ich die Services des Studentenwerkes nutze. Das Studentenwerk Leipzig behauptete mir gegenüber, dies wäre nicht möglich. Das ist jedoch falsch. Es ist möglich. Ob es das Studentenwerk allerdings macht oder nicht, ist eine andere Frage — aber nicht mein Problem, denn:
- Die Argumentation des Studentenwerkes ignoriert die Unschuldsvermutung.
Nichtsdestotrotz bot ich dem Studentenwerk an, ihnen eine Kopie des Zwischenmietvertrages für meine Wohnung zuzuschicken. Gesagt, getan. Nach Eingang des Briefes wurde mein Antrag jedoch wieder abgelehnt, mit der Begründung, dass ich eine Bestätigung meines Vermieters beizufügen habe. Wütend setzte ich mich mit dem Studentenwerk in Verbindung und forderte eine Aufklärung. Mittlerweile erschien es mir, als ob mein Antrag willkürlich abgelehnt wurde und es nicht im Interesse des Studentenwerkes liegt, mir finanziell mein Auslandsstudium zu erleichtern. Mein Verdacht war, das mir das Studentenwerk den Antrag auch mit Bestätigung des Vermieters wieder ablehnen würde, denn mein Zwischenmietvertrag endet leider drei Tage vor Semesterende.
Auf den Anruf wurde jedoch pampig reagiert. Auf meine Einwände wurde erwiedert, das 84€ “ja nicht viel Geld ist”. Auf den Vorwurf, dass mein Antrag ohnehin wieder abgelehnt würde, sagte man mir schlicht und einfach “ja”. Resigniert überwies ich das Geld. Einen Monat später sendete ich eine Rückforderung zusammen mit einer Bescheinigung über ein Praktikum in China an das Studentenwerk. Dies ist offiziell möglich:
Die Antragstellung auf Rückzahlung muss vor Vorlesungsbeginn beim Studentenwerk Leipzig vorliegen.
Innerhalb eines Monats ein Praktikum zu organisieren kostet viel Kraft und Zeit. Über E-mail wurde mir mitgeteilt, dass der Antrag am 20.3. und damit zu spät einging. Die Vorlesungen im Sommersemester 2009 beginnen am 6.4., aber ich hatte nichts anderes erwartet.
Ich bin bei weitem nicht der einzige Auslandsstudent, dem ein Auslandsaufenthalt durch das Studentenwerk in dieser Weise erschwert wird. Ich finde es völlig unverständlich, wie man junge Studenten bei ihren Planungen für ein Auslandsjahr so beeinträchtigen kann. Für mich war die Zahlung des Semesterbeitrages immer selbstverständlich. Diese Erfahrung hat mein Bild vom Studentenwerk Leipzig jedoch grundlegend verändert. Ich bin enttäuscht, wie die Mitarbeiter hier gegenüber Studenten auftreten und sich dabei im Recht sehen.
Man trifft sich immer zweimal im Leben.
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DAAD-Zwischenbericht (Jiaotong Uni 交通大学 Shanghai 上海)
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Mittlerweile ist fast ein halbes Jahr vergangen seit ich nach China gekommen bin. Beim DAAD (Deutscher Akademischer Austausch-dienst) ist es üblich, dass sämtliche Stipendianten bis Ende Januar einen Zwischenbericht zu ihrem Aufenthalt in China abgeben. Diese Erfahrungen werden gesammelt und für spätere Stipendianten auf der Homepage des DAAD veröffentlicht. Meine Erfahrungen mit diesen Berichten waren jedoch meist gemischt: oft wurden Berichte im Telegramm-Stil abgefasst oder wesentliche Details ausgelassen. Kein Bericht schaffte es, alle notwendigen Fakten an einer Stelle zu vereinen. Diesem Problem haben wir, ein Kommilitone und ich, uns angenommen. Da es gewöhnlich jedoch dauert, bis neue Berichte auf der Homepage des DAAD veröffentlicht werden, möchten wir unsere Berichte auch an dieser Stelle nochmals online stellen.DAAD-Zwischenbericht Selbstzahlerprogramm 2008/09 Jiaotong-Universität 交通大学, Shanghai 上海:
> Bericht 1
> Bericht 2
Es wird oft vergessen, dass Leipzig, als Teil der ehemaligen DDR, nach dem Zweiten Weltkrieg ursprünglich zunächst von den Amerikanern besetzt wurde. Eine Ausstellung, die sich diesem Thema widmet, findet zur Zeit in Markkleeberg im Rudolf-Hildebrand-Internat statt. Neben Fotos zeugen zahlreiche Berichte und Ausschnitte aus Tagebüchern von den Begebenheiten.
Info: Die Ausstellung gründet sich (meinem persönlichen Eindruck nach) zu einem Großteil auf Ausschnitte eines Buches von Jörgen Möller: “Die amerikanische Besetzung des Leipziger Südraumes”, ISBN 3936341079 (> Amazon.de, > Schkeuditzer Buchladen).
Ausstellung “Forward to the river Mulde”
10. Mai-6. Juni 2008, Mo.-Fr. 9-16 Uhr, Eintritt frei
Gymnasium “Rudolf-Hildebrand-Schule”
Mehringstraße 8, 04416 Markkleeberg (> Google Maps)
(Tram Linie 9 bis “Markkleeberg West”, von dort 10 Min. Fußweg)
Guter Dinge machte ich mich ans Werk, kündigte zu Ende Oktober meinen Vodafone-Vertrag, zahlte die 25 Euro Gebühr für die Nummernportierung und meldete mich bei Simply an. Die Startgebühr für das Prepaid-Paket betrug 14,95 Euro. Nachdem ich eine Anmelde-Bestätigung empfangen hatte, erhielt ich einige Tage später eine Versandbestätigung für meine SIM-Karte samt PIN. Als nach zwei Wochen jedoch noch immer keine SIM bei mir eingetroffen war, setzte ich mich mit Simply in Verbindung und erfuhr, dass meine Karte erst kurz vor dem Termin der Rufnummernportierung zugesendet werden würde, was zu diesem Zeitpunkt immerhin noch drei Monate entfernt war. Man gestattete mir, die Startgeühr zurückzubuchen und sie kurz vor Übernahmetermin erneut zu überweisen.
Nachdem ich die Rückbuchung vorgenommen hatte, erhielt ich prompt eine Mahnung, in der nachdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass ich mit Simply einen Vertrag geschlossen habe und somit verpflichtet bin, die Startgebühr zu zahlen. Nach Zusicherung, dass ich die SIM-Karte auf alle Fälle im Oktober erhalten würde, überwies ich die Gebühr unter großen Bauchschmerzen erneut. Nicht unbedingt überraschend ist allerdings, das ich bis zum Tag der Rufnummernübertragung keine SIM-Karte erhielt. Auch auf postalische Anfragen reagierte Simply nur schleppend und unter Ausweichen. Die Kundenhotline fiel bei einem Preis von 1.24 Euro/Minute ohnehin aus. Für mich war jedoch der Verlust der Startgebühr nicht unbedingt entscheidend — viel schlimmer war, dass meine sechs Jahre alte Rufnummer nun wertlos war.
Nachdem ich nun Simply aufforderte, mir meine Verluste zu erstatten, gipfelte der Spaß in der großzügigen Zusage, man würde mir die Startgebühr erstatten, sobald ich die SIM-Karte zurückschicken würde — eben die SIM-Karte, die ich nie erhalten habe. Hintergrund ist, dass die AGBs von Mobilfunk-Discountern meist eine Klausel beinhalten, in der festgeschrieben wird, dass die SIM-Karte Eigentum des Betreibers bleibt und bei Verlust Pfand zu erstatten ist.
Resigniert informierte ich Stiftung Warentest, die meinen Erfahrungsbericht an die zuständige Abteilung weiterleiteten. Eine Eingabe bei der Verbraucherzentrale blieb unbeantwortet. Fazit: Simply scheiße.

